marktbericht
Überraschend hat US-Präsident Trump die Waffenruhe mit Iran für verlängert erklärt. Damit warten die Märkte weiter auf eine Lösung des Konflikts. Der DAX bleibt unentschlossen.
Auch wenn das jüngste Ultimatum der USA vorerst aufgehoben wurde – eine Lösung des Iran-Konflikts lässt weiter auf sich warten. “Es gibt keine Meldungen über eine neue Verhandlungsrunde”, konstatierte die Helaba. Somit fehle noch die Grundlage für weitere und deutliche Kursanstiege.
“Die Verlängerung des Waffenstillstands betrachten Anleger mit einem lachenden und einem weinenden Auge”, sagte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. “Die Befürchtung ist, dass der Iran auf Zeit spielt – und das ist ohne freie Seewege durch die Straße von Hormus ein Drawback.”
Der DAX gewann im frühen Handel bis zu 0,5 Prozent. Doch schon bald erlahmte der Schwung. Der deutsche Leitindex notiert aktuell leicht im Minus.
Der japanische Nikkei-Index stieg im Handelsverlauf auf ein neues Rekordhoch von über 59.600 Punkten. Dabei halfen vor allem Gewinne bei den Technologiewerten.
“Der unberechenbare Faktor ist in der Tat, was once mit dem Iran passiert”, sagte Thomas Martin, Portfoliomanager bei Globalt Investments. Niemand wisse dies, und es sei verblüffend, dass die Menschen glaubten, alles werde intestine gehen. Noch am Montag hatte Trump gedroht, das Militär sei startklar, sollte es zu keiner Vereinbarung kommen.
Die Lufthansa streicht ihr Flugangebot drastisch zusammen. Mit dem Wegfall der Regionaltochter Cityline fallen bis zum Herbst 20.000 Kurzstreckenverbindungen weg. Das entspreche einer Einsparung von rund 40.000 Tonnen Kerosin, teilte das Unternehmen in Frankfurt am Major mit. Auch die mittelfristige Streckenplanung soll überarbeitet werden.
Die Lufthansa reagiert damit auf die zuletzt deutlich gestiegenen Kerosinpreise. Möglicherweise kommt es zu einer Kerosin-Knappheit in Europa. Vor kurzem hat der Chef der Internationalen Energieagentur IEA für viel Verunsicherung gesorgt. Die Vorräte an Kerosin in Europa reichten vielleicht noch für etwa sechs Wochen, hieß es.
Am Frankfurter Flughafen wird an diesem Mittwoch das neue Passagierterminal 3 feierlich eröffnet. Bis zu 19 Millionen Passagiere sollen dort professional Jahr abgefertigt werden. Das ist etwas weniger als am viertgrößten deutschen Flughafen in Düsseldorf im vergangenen Jahr. Fraport hat rund vier Milliarden Euro in das neue Gebäude investiert.
Trotz des Iran-Kriegs hält die Fraport an der Passagierprognose für das laufende Jahr fest. “Wir gehen weiter davon aus, dass wir unser Jahresziel von 65 bis 66 Millionen Passagieren, rund vier Prozent mehr als 2025, erreichen”, sagte Flughafen-Chef Stefan Schulte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Flughafenverband ADV feiert den Neubau als Meilenstein für den Standort Deutschland. Viele Anwohner und Fluglärm-Gegner im dicht besiedelten Rhein-Major-Gebiet kritisieren den Ausbau.
Die Deutsche Telekom erwägt eine Verschmelzung mit T-Cell US. Im Gespräch sei die Gründung einer Keeping, die ein Übernahmeangebot sowohl für die Aktien des Bonner Konzerns als auch deren US-Tochter abgeben würde, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Überlegungen befänden sich in einem frühen Stadium.
Die Telekom stieg im Jahr 2000 mit der Übernahme von Voicestream in den US-Markt ein. Aktuell hält sie mehr als die Hälfte der Anteile an dem in T-Cell umbenannten Mobilfunkunternehmen. Das ist einer der größten Mobilfunkanbieter in den Vereinigten Staaten.
Bei einem Zusammenschluss entstünde der gemessen am Börsenwert weltgrößte Telekom-Konzern mit einer Marktkapitalisierung von derzeit mehr als 384 Milliarden Buck. Dafür wäre aber ein gigantisches Übernahmeangebot an die anderen Eigner der US-Tochter fällig. Das besorgt viele Marktteilnehmer.
Mehrere große Konzerne legen heute Geschäftszahlen zum ersten Quartal vor. Im Tagesverlauf werden die Zahlen von Boeing erwartet. Am späten Abend folgen Texas Tools und IBM.
Beim US-Autobauer Tesla dürfte das Ergebnis schwächer ausfallen, nicht zuletzt, weil Tesla nach dem Aus für viele strenge CO2-Vorgaben in den USA weniger Geld mit dem Verkauf von Emissionsrechten einnimmt.
