Russland hat die Ukraine in der Nacht mit schweren Angriffen überzogen. Dabei wurden nach ukrainischen Angaben neben Drohnen auch Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Mindestens sieben Menschen starben, etwa 30 wurden verletzt.
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der vergangenen Nacht mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Neben Drohnen und ballistischen Raketen kamen dabei nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr auch Marschflugkörper zum Einsatz.
Hauptziel conflict den ukrainischen Behörden zufolge die Großstadt Dnipro im Südosten des Landes. Dort wurde in der Nacht ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen, das teilweise einstürzte. Aus den Trümmern wurden vier Leichen geborgen, wie der Regionalgouverneur Olexandr Hanzha mitteilte. Während der Rettungsarbeiten wurde das Gebiet den Behörden zufolge am Tag von einem weiteren Angriff getroffen. Dabei sei ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden.
Unter anderem wurden aus den ukrainischen Städten Kiew, Cherson, Charkiw und Dnipro russische Angriffe gemeldet.
In der nördlichen Area Tschernihiw wurden den Behörden zufolge zwei Menschen bei Raketen- und Drohnenangriffen getötet und sieben weitere verletzt.
Auch die Hauptstadt Kiew und eine Reihe anderer Städte wurden angegriffen. In Cherson seien mindestens zwei Menschen verletzt worden, teilte die Militärverwaltung der Stadt mit. Ebenso in Charkiw, wo nach Behördenangaben unter den Verletzten durch Drohnenangriffe auch ein Kleinkind ist.
Marschflugkörper über dem Kaspischen Meer
Nach Darstellung der ukrainischen Luftwaffe hatten russische Bomber vom Typ “Tupolew TU-95” kurz nach Mitternacht Ortszeit aus großer Distanz über dem Kaspischen Meer Marschflugkörper abgefeuert. Mit deren Annäherung an die Ukraine starteten die russischen Militärs demnach noch Drohnen und ballistische Raketen, um die ukrainische Flugabwehr mit diesem Waffenmix zu überlasten.
In ihrer Bilanz am Morgen sprach die ukrainische Luftwaffe von 619 feindlichen Drohnen sowie 47 Raketen und Marschflugkörpern verschiedener Typen. 580 Drohnen seien abgefangen worden. Von den “Ch-101”-Marschflugkörpern und Lenkwaffen vom Typ “Kalibr” seien die meisten ausgeschaltet worden. Den Angaben zufolge setzte Russland zudem Boden-Boden-Raketen vom Typ “Iskander-M” ein, die für die Ukraine schwerer abzufangen sind.
Selenskyj fordert Verstärkung der Flugabwehr
In Sozialen Medien rief der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die europäischen Verbündeten zum Handeln auf. “Jeder solcher Angriff sollte unseren Partnern vor Augen führen, dass die Lage ein sofortiges und entschlossenes Handeln sowie eine rasche Verstärkung unserer Flugabwehr nötig macht”, betonte der Präsident.
Er forderte: “Wir müssen auch das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg bringen. Die durch die Blockade des 20. Pakets verursachte Pause hat dem Aggressor zusätzliche Zeit verschafft – es ist wichtig, dem entgegenzuwirken.”
Bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag conflict ein Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet worden, das auf den Bankensektor abzielt und neue Beschränkungen für den Export von russischem Öl vorsieht. Nach monatelanger Blockade durch Ungarn genehmigte die EU zudem ein Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Moskau meldet 127 abgefangene Drohnen
Russland hat seit Beginn des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges speedy jede Nacht Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert. Kiew fliegt als Reaktion regelmäßig Angriffe auf russisches Gebiet. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe in der Nacht 127 ukrainische Drohnen abgefangen.
Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 sind bereits Zehntausende Zivilisten getötet worden. Von den USA vermittelte Gespräche über eine Beendigung des Konflikts haben keine Fortschritte gebracht, die Verhandlungen sind seit Wochen festgefahren.
Drohnenteile in Rumänien abgestürzt
In Rumänien stürzte im Zuge des russischen Angriffskriegs eine Drohne ab. Das Geschoss ging über der Grenzstadt Galati nieder und traf das Nebengebäude eines Wohnhauses sowie einen Strommast, wie das rumänische Verteidigungsministerium mitteilte. Verletzt wurde niemand, die Schäden seien gering. Die Drohne sei mit Sprengstoff beladen gewesen, gab der Katastrophenschutz in Galati bekannt.
Um die Drohne sicher zu bergen und den nicht explodierten Sprengkörper zu entschärfen, wurden alle Menschen im Umkreis von 200 Metern rund um die Absturzstelle zwischenzeitlich evakuiert. In der Folge machte das Militär das Drohnenfragment durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich. Galati liegt an der Donau, die an dieser Stelle die Grenze zur Ukraine bildet. Den Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums zufolge conflict die Drohne Teil eines Drohnenschwarms, der zivile Ziele auf der ukrainischen Seite der Grenze angriff.
Zwei britische Kampfjets, die auf dem rumänischen Luftstützpunkt Fetesti stationiert waren, stiegen auf, wie es hieß. Der Pilot des einen Flugzeugs habe die Genehmigung zum Abschuss einer der Drohnen über ukrainischem Gebiet erhalten.
